Dr. Felix Mayer

Dr. Mayer spricht über Krankheitsbilder, Therapieformen und Tipps im Umgang mit Psoriasis.

Eine lebenslange Begleiterin

Weitere Formen sind die Psoriasis pustulosa und Psoriasis inversa, die ausgesprochen selten sind. Häufig jedoch, in etwa 30% der Fälle, ist die Verbindung mit der Psoriasis-Arthritis, die im weiteren Verlauf der Erkrankung auftreten kann und äußerst schmerzhaft verläuft.

Im Kinder- und Jugendalter, selten auch bei Erwachsenen, ist eine weitere Form der Erkrankung verbreitet. Die akut-exanthematische Psoriasis tritt meist während oder in Folge von Infekten auf und charakterisiert sich durch rote Flecken oder Knötchen mit diskreter Schuppung.

Obwohl Psoriasis an sich nicht heilbar ist, kann die richtige Therapieform Linderung bringen und den Betroffenen das alltägliche Leben erleichtern. Mit welchen Therapieansätzen haben Sie die besten Erfahrungen gemacht? Wovon hängt es ab, ob eine Basis- oder Intervalltherapie ratsamer ist?
Zur Therapie der Psoriasis gibt es derzeit eine Menge Möglichkeiten. Liegt nur eine leichte bis mittelschwere Form der Erkrankung vor, reicht in den meisten Fällen eine Lokaltherapie aus, die üblicherweise nach einem Stufenschema erfolgt. Man beginnt mit einer Cortison-Salbe, setzt mit einer psoriasisch-spezifischen Therapie – meist Vitamin D-Abkömmlinge - fort und behandelt im erscheinungsfreien Intervall mit einer Pflege nach, die konsequent durchgezogen werden muss. Es werden, dem jeweiligen Hauttyp des Patienten entsprechend, milde Salben und Lotionen angewendet.

Etwa 40% der Psoriatiker leiden jedoch an einer mittelschweren bis schweren Form der Erkrankung. Hier hat die Systemtherapie ihre Domäne. Wurde jahrelang vor allem mit Methotrexat, behandelt, ist sie nun das Anwendungsgebiet der Biologika.  Die erste Generation richtete sich vor allem gegen den Botenstoff Tumor-Nekrose-Faktor, neuere Entwicklungen der Biologika zielen gegen andere Botenstoffe der Entzündung ab, wie Interleukin und cAMP-Esterase.
Der Einsatz von Biologika verdrängt nach und nach die Rotations- oder Intervalltherapie, bei der im Wesentlichen abwechselnd verschiedenen Therapieformen der Psoriasis zum Einsatz kommen.

Alle Formen der Psoriasis haben gemeinsam, dass sie bei einem entsprechend hellhäutigen Hauttyp gut auf UV-Bestrahlung in Form von speziellen medizinischen UV-Strahlern ansprechen, im Extremfall sogar auf die sogenannte Foto Chemotherapie.

Sie sind sehr oft bei den Clubabenden der Psoriasis-Hilfe anwesend. Welche Fragen tauchen dort am häufigsten auf? Gibt es typische Problemstelllungen, die immer wieder auftauchen?
Beim persönlichen Erfahrungsaustausch im Rahmen der Clubabende treten vor allem Fragen zum finanziellen Aspekt auf. Wie können Medikamente eingespart werden, welche Möglichkeiten der Kostenrückerstattung gibt es und wie sieht es mit Kuraufenthalten für Betroffene aus. Auch die Frage nach der Ursache steht immer öfter im Raum, was auf ein steigendes Interesse der Patienten nach dem Grund ihrer Erkrankung schließen lässt. Leider lässt sich diese Frage noch nicht ausreichend beantworten.

Welche 3 wichtigsten Tipps können Sie Betroffenen persönlich mit auf den Weg geben?
Der wertvollste Tipp meinerseits für jeden Psoriatiker ist der Auftrag zu einem bewusst gesunden Leben in Hinblick auf Ernährung, Bewegung und Vermeidung von Stress sowie die konsequente Hautpflege. Denn bei Psoriasis handelt es sich um eine lebenslange Begleiterin, die sich auch nach einer Therapie nicht verabschiedet. Außerdem ist es wichtig, offen für neue Therapieformen zu sein, die oft wirksamer sind und zu einer Besserung der Lebensumstände mit Psoriasis beitragen können.

 

 

 

 

 
 
 
 

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