Bei Schuppenflechte

Höheres Krebs-Risiko

Die Wissenschaftler haben errechnet: Mit Psoriasis ist das Risiko 18 Prozent höher, an einem Krebs zu erkranken, als für den Durchschnittsmenschen. Wer eine schwere Schuppenflechte hat, bei dem ist das Krebsrisiko um 22 Prozent höher. Diese schwer Betroffenen haben außerdem ein erhöhtes Risiko, an einer Krebserkrankung zu sterben. 

 

Betrachtet man die alle Psoriatiker, unabhängig davon, wie schwer sie betroffen sind, hat sich in den ausgewerteten Studien ein höheres Risiko für viele Krebs-Arten gezeigt. Die drei häufigsten waren:

  • Mundhöhlen-Krebs
  • Bösartigen Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom)
  • Speiseröhren-Krebs

Betrachtet man dagegen nur diejenigen mit schwerer Psoriasis, so erkranken sie vermehrt an

  • Schwarzer Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom)
  • Lymphdrüsen-Krebs (Lymphom)
  • Weißer Hautkrebs (Basalzellkarzinom)

(Und das sind wieder nur die drei häufigsten.)


Weshalb erkranken Psoriatiker häufiger an Krebs?

Die Wissenschaftler betonen, dass es bisher überwiegend nur Hypothesen darüber gibt, weshalb Psoriatiker ein erhöhtes Krebsrisiko haben. Von anderen Krankheiten weiß man, dass eine ständige Entzündung im Körper durchaus krebsfördernd sein kann. Das könnte der Grund sein, ist aber noch nicht bewiesen. Außerdem werden die immunschwächenden Medikamente wie Biologika verdächtigt, das Krebsrisiko zu erhöhen. Das aber ist in bisherigen Studien weder für Rheuma (Rheumatoide Arthritis) noch für Psoriasis bestätigt worden. Bei der Fototherapie ist es dagegen nachgewiesen, dass sie vermehrt zu Hautkrebs führen kann.

Ganz eindeutig krebsauslösend sind Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und Fettleibigkeit – Lebensstil-Umstände, die (nicht nur) bei Psoriatikern verstärkt auftreten.

 

Was schließen die Forscher daraus?

Die Auswertung geeigneter Studien hat gezeigt, dass Menschen mit Psoriasis ein erhöhtes Risiko haben, an Krebs zu erkranken oder zu sterben. Dabei treten einige Krebsarten häufiger auf, als andere. 

Das müsse aber noch genauer untersucht werden, um die Zusammenhänge zu verstehen: Hängt das Krebsrisiko davon ab, wie lange jemand erkrankt ist oder wie schwer? Ihre eigene Festlegung, wann sie eine Psoriasis als „schwer“ definierten, war nicht der PASI, sondern Faktoren wie Lichttherapie, Krankenhausaufenthalt oder innerliche Therapie.

Obwohl nicht nachgewiesen ist, ob immunschwächende Medikamente krebsfördernd sind, empfehlen die Wissenschaftler, auch das noch einmal genauer zu untersuchen.

Ebenfalls sollten sich weitere Forschungsarbeiten mit Lebensstilfaktoren, Behandlungen und den entzündlichen Prozessen der Psoriasis beschäftigen. Damit könnten die zugrunde liegenden Mechanismen für das scheinbar erhöhte Krebsrisiko geklärt werden.

 

Ganz eindeutig ist aber ihr Hinweis für die Betroffenen:

Die Erkenntnisse aus dieser Meta-Analyse (…) zeigen auch, dass dieses Risiko durch eine Änderung des Lebensstils teilweise gemildert werden könnte.

 

Bekanntlich fällt es aber vielen Patienten schwer, mit dem Rauchen aufzuhören, das Alkoholtrinken einzuschränken und abzunehmen. Es stelle eine „Herausforderung“ für Angehörige der Gesundheitsberufe dar, die Patienten dazu zu bringen.

 

Zwei der fünf Autoren der Studie gaben an, dass sie für ihre Arbeit irgendwann einmal Geld von diversen Pharmafirmen bekommen haben. Die jetzige Meta-Analyse schrieben sie für den Global Psoriasis Atlas – ein Atlas, der von mehreren Organisationen erstellt wurde und wird und der wiederum von mehreren Pharmafirmen finanziert wird. Diese Organisationen hatten bei der Meta-Analyse laut Autoren jedoch keinen Einfluss auf die Gestaltung oder Durchführung der Studie, auf Erhebung, Verwaltung, Analyse, Interpretation der Daten oder am Ende auf das Manuskript für die Einreichung in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology

 

 
 
 

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